Weil wir hier wohnen

Lebens- und liebenswert, so sehen wir unseren Heimatort Zirl. Deshalb sind wir seit unserer Gründung 1998 auch immer bemüht, kommunalpolitisch das Thema Wohnen sinnvoll, nachhaltig und sachlich zu betrachten.

Wohnen bedeutet mehr als raumordnerische Überlegungen, Widmungen und Bebauungspläne. Leben und Wohnen sind eng miteinander verbunden, jedoch nicht das Gleiche. Nur wo man sich wohl fühlt, bleibt man, schafft man sich ein Zuhause, denkt man an die Zukunft. Wohnen umfasst neben den eigenen vier Wänden zahlreiche andere Umstände, von der umgebenden Infrastruktur über die Gemeinschaft bis zur Leistbarkeit der Immobilie, ob zur Miete oder zur Schaffung von Eigentum.

Eine sachliche Auseinandersitzung mit dem Willen zur Vision zeichnet die Kommunalpolitik unserer MandatarInnen seit unserem Bestehen aus. Diesen Weg wollen wir auch jetzt weiter gehen. Wir fordern von der aktuellen Gemeindeführung ein Umdenken, denn der Weg, der in dieser Periode eingeschlagen wurde, war und ist eine Sackgasse, die das Thema Wohnen in Zirl wieder zu einem brandheißen macht.

Totaler Stillstand im Bezug auf gemeindeeigene, leistbare Mietwohnungen. Seit September 2019 totaler Stillstand im gewerblichen Wohnbau. Nachverdichtung als einzige Möglichkeit im privaten Wohnbau Raum zu schaffen, um Absiedlung zu vermeiden.

Dieser Weg ist nicht unserer. Wir sehen die Pflicht zur Schaffung und Entwicklung von leistbaren Flächen bei der Gemeinde. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Die derzeit gültige Vertragsraumordnung gibt ein unmöglich enges Korsett vor. Wohnbauprojekte, die eingereicht werden hätten sollen, wurden zurückgezogen und stattdessen werden Flächen mit Einfamilienhäusern bebaut. Leistbares Wohnen sieht für uns anders aus, wenngleich wir den Bauwerber verstehen. Bei diesem konkreten Projekt entstehen nun statt 7 Wohneinheiten 2 Häuser. Unser Dringlichkeitsantrag zur sofortigen Aufhebung der aktuell gültigen Vertragsraumordnung wurde vom Bürgermeister nicht behandelt, wir durften ihn entgegen der TGO nicht vortragen und somit wird erst im nächsten Gemeinderat darüber abgestimmt. Ob einstweilen weitere Projekte zurückgezogen worden sind, ist uns derzeit nicht bekannt.

Die Schaffung förderbarer Wohnungen kann nicht ausschließlich in der Verantwortung der gewerblichen Wohnbauträger liegen. Der Eingriff in den privaten Immobilienmarkt darf nicht das einzige Mittel sein, das die Gemeinde anwendet. Neben einer Zirler-Regelung bei der Wohnungsvergabe komplizierte Verträge zu Vorkaufsrechten und Abgaben zu förderbaren Preisen zu verlangen, führt nun dazu, dass Antragssteller möglichst vermeiden, Parameter einzureichen, die einen Bebauungsplan erfordern. Wenn sie überhaupt Projekte einreichen. Abgesehen davon werden durch die aktuell gültige Vertragsraumordnung die möglichen KäuferInnen gezwungen, die Wohnbauförderung in Anspruch zu nehmen.

 

Wir wünschen uns eine Vertragsraumordnung, die das Thema ganzheitlich betrachtet. Parameter, die dem klimaneutralen Bauen zugute kommen müssen darin genau so berücksichtigt werden, wie dringende Forderungen des Landes Tirol im Bezug auf flächenschonendes Bauen. Die Entwicklung des Wohnbaus soll mit der gemeindeeigenen Infrastruktur zusammenpassen. Verkehrskonzepte, kommunale Einrichtungen sollen auf die raumordnerische Entwicklung angepasst und abgestimmt werden. Geregelter Zuzug soll wieder stattfinden können, parallel sollen die Zirlerinnen und Zirler aber auch Möglichkeiten finden, im Ort bleiben zu können – zur Miete oder im Eigentum, beides muss geschaffen werden.

Lachende Familie in Zirl
Das Team Zirl Aktiv

Aktuell herrscht Stillstand und die Folgen sind dramatisch: die künstliche Verknappung des Wohnraums führt zu deutlichen Preissteigerungen, der Markt liegt de facto brach. Junge Familien siedeln ab, da sie keine Perspektiven sehen. Wir sehen Möglichkeiten und hoffen, dass mittel- und langfristig wieder nachhaltig und zukunftsorientiert mit diesem sensiblen Thema gearbeitet wird. Weil wir hier wohnen.